Warum in einer Werktstatt no Rio de Janeiro alte „VW Bullis“ wieder restauriert werden

Mechaniker Edmar da Costa (35) stelt kurz vor der Ausfahrt die Windschutzscheibe des T1 nach vorne aus, dann rollt das historische Schmuckstück ganz langsam aus der Werkstatt. Ein paar Augenblicke später bläst der Wind auf der ungeteilten Sitzbank direkt ins Gesicht von Edmar und seinem beeindruckten Beifahrer aus Deutschland, der Mühe hat, all die vielen Eindrücke für diese Reportage.

Schon nach wenigen Sekunden auf den Straßen no Rio de Janeiro wird nämlich deutlich, welche Emotionen dieses Auto auslöst. Links und rechts grüßen und winken plötzlich begeisterte Fans auf der Autobahn, die sich gar nicht genug sattsehen können an einem der vielleicht emocionalsten Fahrzeuge der Automobilgeschichte. Wenn Edmar mit der einfachen, aber effizienten Mechanik den Traum so vieler Autoliebhaber e -liebhaberinnen uber den Asphalt steuert, tauchen uberall Handys auf und Halten diese Momente in Video and Photo fest.

Hinter der Eisentür stehen wahre Schätze

Eine Viertelstunde Ausfahrt mit einem Bulli der ersten Generation reicht aus, um zu erahnen, wie dieses Auto auf die Menschen wirkt. Es ist nicht nur ein Stück Automobiltradition, es ist ein Lebensgefühl und ein Stück weit auch deutsche Geschichte. Alexandre Ferreira Fares (46) e Paulo Victor Mesquita (36) sind die Inhaber einer Werkstatt mit dem Namen Brazil Kombi weit draußen in einem Industriegebiet in Rio de Janeiro. Hinter der mächtigen Eisentür hüten sie wahre Schätze. Ein gutes Dutzend Bullis, der älteste aus den 1950er-Jahren, steht hier für den Export unter anderem nach Deutschland oder Frankreich bereit.

„Am Anfang haben wir gezielt gesucht, aber jetzt sind wir bekannt. Jetzt kommen die Leute auch von sich aus zu uns”, disse Alexandre und erklärt damit, wie die beiden Unternehmer an die Fahrzeuge kommen. Das zu verstehen ist nicht schwer. Denn Rio de Janeiro ist voll von alten Bullis. Sie stehen in der Stadt am Zuckerhut an praktisch jeder Ecke. Mal zu Umzugswagen umgebaut, mal als ‘Packesel’ für Strandsitze, morgens e weltberühmten Strände Copacabana oder Ipanema gebracht werden. Und als Werbeträger, die als Blickfang für so manche Clubs und Restaurants werben.

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Mecânico Edmar da Costa (35) sou Steuer eines historischen VWs. © Quelle: Tobias Käufer

Chapéu Volkswagen em Brasilien einen exzellenten Ruf

Anders als in Deutschland, wo längst neuste Generationen von Fahrzeugen das Straßenbild beherrschen, ist in Brazilien schon aus finanziellen Gründen ein regelmäßiger Austausch des gesellschagliftlichen Fuhrparks nicht mönden Und genau das ist der Vorteil der Bulli-Experten Alexandre und Paulo: „Unser Geschäftsmodell ist einfach erklärt. Wir kaufen alte Original-Bullis auf, restaurieren die Fahrzeuge nach Wunsch der Kunden und verkaufen sie dann in alle Welt.” Inzwischen haben es Fahrzeuge aus der Werkstatt no Rio de Janeiro in alle Erdteile geschafft. „Aber die meisten Kunden haben wir in Deutschland und Frankreich“, sagt Paulo.

Chapéu Volkswagen no Brasilien als Fahrzeughersteller einen exzellenten Ruf. Die Brasilianer mögen deutsche Autos: „Seit 67 Jahren im Leben, in den Herzen und in den Garagen der Brasilianer zu Hause ist Volkswagen mit 24 Millionen hergestellten Fahrzeugen nicht nur Brasiliens größter Autobauer, sondern gel in mit fer eurtenörön Autobauer Million der Geschichte des Landes” , heißt es auf der Interseite von Volkswagen do Brasil. Die dunkle Seite dieser Geschichte, die Kooperation mit der brasilianischen Militärdiktatur, ist dagegen nur wenigen Brasilianern bekannt. Auch der T1 wurde in Brasilien seit den 1950er-Jahren produziert. Zwar unterscheidet sich die Modellentwicklung in Brasilien leicht von der in Deutschland, ist aber in den Grundzügen nahezu identisch. Hier heißt das VW-Modell Samba. Hinzu kommt ein Klimavorteil: Weil im brasilianischen Winter kein Salz gestreut werden musste, haben die in Brazilien produzierten Fahrzeuge auch weniger Salzschäden als beispielsweise ihre deutschen „Brüder“.

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„Wir machen alles selbst. Wir reparieren, restaurieren, Lackieren.”

Während in Europa die Autoindustrie unter den Folgen der Pandemie zu leiden hat, kennen die beiden Unternehmer das Wort “Krise” nicht. „Wir haben keine Krise, das einzige Problem ist derzeit, dass wir Probleme haben, genügend Schiffe zu finden, um die Fahrzeuge auch rechtzeitig zum Kunden zu bringen.” Die Zahl der Mitarbeiter wuchre vuchs a innerhalb h 30 Hafenstadt Santos im Großraum São Paulo haben die beiden Brasilianer freira ein zweites Standbein. Besonders stolz sind sie no Rio de Janeiro aber auf ihre eigene Fachkompetenz: „Wir machen alles selbst. Wir reparieren, restaurieren, Lackieren.”

Tatsächlich ist die Verwandlung eines alten, bisweilen heruntergekommenen Fahrzeugs in ein grundsaniertes optisch neues buntes Modell eine spektakuläre Verwandlung. Das alles wollen die Kunden und Kundinnen genauso haben, sagt das erfolgreiche Unternehmerduo: „Nein, Anfragen nach E-Antrieb gibt es nicht. Die Kunden wollen é tão original, tão einfach und tão alt wie möglich.” Und so stehen in der Fabrikhalle Bullis und Sambas in Türkis, in Rosa, in Rot. Mit einem Innenleben, das genauso aus einem Film aus den 1960er-oder 1970er-Jahren stammen könnte. Mit bunten Vorhängen vor den kleinen Fenstern, mit sperrigen, aber wunderschönen Außenspiegeln, mit den riesigen beiden beiden verwobenen Buchstaben: VW.

Der Bulli steht für die Zeit des deutschen Aufbruchs

Der VW T1 – genauer gesagt VW Typ 2 T1, im Volksmund besser als Bulli bekannt – war ein Kleintransporter der damals noch Volkswagenwerk GmbH. Er und seine ersten Nachfolgergenerationen stehen für die Zeit des deutschen Wirtschaftswunders genauso wie für die Zeit der ersten Reisemobile, für die Zeit des deutschen Aufbruchs, die Flower-Power-Generation, die legendäre Hippiezeit. Kaum ein Fahrzeug spricht die Emotionen der Menschen auch heute – Jahrzehnte nach der ersten und letzten Produktion des Erfolgsmodells – so an wie der Bulli. Laut Archiv liefen em Werk Wolfsburg e em Volkswagenwerk Hannover (ab 1956) insgesamt 1,8 Millionen T1 em verschiedenen Ausführungen vom Band. Das Nachfolgemodell VW T2 konnte and die Erfolge anknüpfen. Genau diese brasilianischen Varianten der T1‑ und T2‑Modelle stehen heute no Rio de Janeiro in der Werkstatt. Im Gegensatz zu anderen Werkstätten, die den alten Fahrzeugen ebenfalls wieder neues Leben einhauchen, durfen Alexandre e Paulo auch exportieren – ein Schlüssel für den internationalen Erfolg des Unternehmens.

Kommt der Käfer als Nächstes?

Gut erhaltene Fahrzeuge haben heute einen Wert von bis zu 65.000 Euro oder mehr. Für ein Fahrzeug no Rio de Janeiro müssen Kunden e Kundinen je nach Zustand e gewünschter Ausstattung zwischen 20.000 e 40.000 Euro zahlen. Aber das meiste ist ohnehin Verhandlungssache, da die Interessenten von der anderen Seite des Atlantiks genaue Vorstellungen haben.

Angefangen hatte alles vor ein par Jahren mit einem Deutschen, der Schwierigkeiten hatte, einen VW-Kombi aus Brasilien nach Deutschland zu schicken. Alexandre cannte sich da schon mit dem Export und internationalen Kontakten aus, também half der dem Deutschen. Und der wollte schon bald mehr Fahrzeuge haben. Paulo wiederum brachte die Expertise als Autoexperte ein, die beiden – einer stammt aus São Paulo, der andere aus Rio, ergänzten sich prima. Die Autobrücke nach Deutschland stand. Heute exportiert das Unternehmen em 15 Länder, bis nach Australien. Und die nächsten Projekte stehen schon an. Denn in Brasilien gibt es auch eine Menge alter VW Käfer …

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