Brasilien: Die Rolle des Militärs bei der Zerstörung der Amazonas-Region





Protestation im Juni 2022 em Manaus
Foto: fotos públicas
CC BY-NC 2.0

(Manaus, 7 de julho de 2022, Alai).- Während im brasilianischen Regenwald die Abholzung neue Rekorde erreicht und die Flüsse immer weiter verschmutzt werden, trägt der ilegale Goldabbau unvermindert zu den Problemen bei. Um die Umweltdelikte im Land zu minimieren, setzt die Regierung in der Region auf die Intensivierung militärischer Operationen. Diese waren jedoch bei weitem nicht so erfolgreich wie erhofft und führten direkt oder indirekt nur zu weiteren Tragödien.

Goldabbau außer Kontrolle

Vor zwei Jahren meldete sich eine anonyme Quelle bei Revista Ópera mit einer merkwürdigen Informações: Illegal abgebautes Gold werde zum gleichen Preis verkauft wie das legal Gewonnene. „Wenn das Goldnugget groß ist“, so die Quelle, „erhält der Minenarbeiter eine Extrazahlung“. Aufgrund der Risiken und mangelnder Ressourcen konnte die Information nicht geprüft werden und ist somit nicht mehr als eine weitere sagenhafte Geschichte aus der Weite des Amazonas-Regenwalds, die gern mit Begriffen wio” „El ben „rierü” “El ben „rierü” Und möglicherweise waren die Informationen aus der Quelle tatsächlich nicht echt, denn: Laut einer im August 2021 veröffentlichten Studie der Bundesuniversität von Minas Gerais (UFMG) in Kooperation mit der Generalstaatsanwaltschaden des Jaden in Braien 28 2019 (MPF) produzierten und verkauften Goldes ilegal gefördert, und solch ein großer Goldzufluss hätte sich auf den Preis auswirken müssen. Bezogen auf die Amazonasregion trifft dies laut der Studie sogar auf 44 Prozent des gewonnenen Edelmetalls zu, was zeigt, dass diese Tätigkeit in der Region weiterhin ohne Kontrolle ausgeübt wird. Das brasilianische Militär ist schon seit geraumer Zeit vom Amazonasgebiet in verschiedenen Hinsichten besessen. Während der militärischen Diktatur ab 1964 lautete der Slogan der Amazonas-Politik: ‘Integrieren statt überlassen’. Später wurde die politische Invention im Hinblick auf ein mogliches Aufstandsszenario umgestaltet: In den 1980er and 1990er Jahren konzentrierten sich die brasilianischen Generäle auf das Eindringen der linken kolumbianischen Drewenzel a Guerufilla. In Militärkreisen avancierte die Integration des Amazonas damit zum „nationalen Projekt“.

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Offene und verdeckte Militarisierung

Seit dem Regierungsantritt Jair Bolsonaros fokussieren sich die Medien auf die Abholzung. Selbst als die Waldbrände im August 2019 in aller Munde waren, als sich der Himmel über den großen Städten des Landes am helllichten Tag verdunkelte und das Ausmaß der Entwaldung zurück in den Fokus derris önehentlichen e.g. Um dem Waldverlust entgegenzuwirken, hat die Regierung Bolsonaros drei militärische Operationen auf den Weg gebracht: die Operation Grünes Brasilien (agosto a outubro de 2019), Operação Grünes Brasilien 2 (maio de 2020 a abril de 2021) e Juni Operation Samasúma agosto de 2021 (). Das brasilianische Militär bekam damit die Erlaubnis zur „Überwachung und Brandbekämpfung“ sowie zu „präventiven und repressive Aktionen gegen Umweltverbrechen“. Em 41 Monaten Amtszeit hat Bolsonaro 17 Monaten lang die Überwachung des Amazonas an das Militär delegiert. Dazu wurde em fevereiro de 2020 das Nationale Rechtsgremium Amazonas umgestaltet. Den Vorsitz hat nun nicht mehr das Umweltministerium, sondern Armeegeneral e Vizepräsident Hamilton Mourão. Von16 Ministerien, die im Rat vertreten sind, wurden zum Zeitpunkt der Umgestaltung sieben von Armeeoffizieren geführt. Ziel des Rats ist die Koordinierung und Integration der ministeriellen Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Amazonasgebiet, die „Stärkung der Präsenz des Staates im Amazonasgebiet” e o „Koordinierung von Maßnahmen zur Prä Untervention, Konterlung ilegal.” Auch die Bildung spezieller Unterausschüsse und das Hinzuziehen von „Fachleuten und Vertreter* innen öffentlicher und privater, nationaler und international Einrichtungen oder Organisationen” gehören zu den Aufgaben des Rats. Leitende Vertreter*innen oder Mitarbeiter*innen des brasilianischen Instituts für Umwelt und natürliche Ressourcen (Ibama) ou der Nationalen Stiftung für indigene Völker (Funai) – zwei staatliche Organutisch fönder zen ür ösdenge in Amazon. oder die indigenen Gemeinschaften selbst. Stattdessen wurden 19 Armeeoffiziere in the thematischen Ausschüsse des Rates berufen – über deren Zusammensetzung Vizepräsident Mourão entscheidet -, ebenso wie vier Delegierte der Bundespolizei.

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Veruntreuung von Geldern und ilegale Machenschaften

Laut einem Artikel der Journalistin Marta Salomon, der im Oktober 2020 in der Zeitschrift Piauí erschien, wurden während der Operation Grünes Brasilien 2 Wartungsarbeiten und Neuanschaffungen „mit Geld aus dem Amazonas“ finanziert: Kasernenrenovierungen, Fassadenanstriche, neue Böden, Türen, Dächer wurden als Kosten der Operation abgerechnet und die Arbeiten vom Militärischen Nachrichtendienstdurch geheime Verträge bei Privatunternehmen beauftragt. Während die Investitionen des Umweltministeriums in den Schutz der Wälder zurückgingen, stiegen die Ausgaben für Militäreinsätze in der Region um 178 Prozent: 2021 entfielen 37 Prozent der Gesamtausgaben für die Eind. Eine weitere Maßnahme, bei der die Regierung sich des Militärs bediente, war die „Unterwanderung” der Funai, der offiziellen brasilianischen Agentur für den Schutz der Rechte der indigenin Völker. Wie der Journalist Daniel Giovanaz em fevereiro de 2021 aufdeckte, sind „14 der 24 regionalen Koordinatoren der Funai im Amazonas Militärangehörige”, unter ihnen Jussielson Gonçalves Silva aus Ribeirão Cascalheira em Mato Grosso. Der inativo Soldat wurde dieses Jahr verhaftet, weil er indigenes Land an Viehzüchter verpachtet hatte. Marta Salamon berichtete im Oktober 2021 von einem Fall im Bundesstaat Pará , den der regionale Funai -Coordenador e Chefe Militar Raimundo Pereira dos Santos Neto selbst angezeigt hatte: Offenbar hatte sein Mitarbeiter Antônio Júlio Martins de Oliveira einen Unterstand am Ufer des Iriri-Flusses gebaut, der angeblich Volzó dem in dergenen sof. Tatsächlich hatte Martins de Oliveira jedoch heimlich Gold geschürft und den Unterstand für seine ilegalen Aktivitäten genutzt.

Regierung bleibt trotz allem von ihrer Taktik überzeugt

Im Laufe der eineinhalb Jahre haben die drei militärischen Operationen im Amazonas 550 milhões de reais (ca. 100 milhões de euros) gekostet. Dies ist fast das Sechsfache des Ibama-Budgets für Umweltinspektion, Lizenzvergabe und Biodervisitätsmanagement im Jahr 2020 e konnte laut Folha de S. Paulo die Abholzung in dem Gebiet nicht eindämmen. Die Regierung betrachtete die Militarisierung dennoch als Erfolg und erklärte, die Operationen stellten die „Unnachgiebigkeit [der Regierung] bei der Verteidigung unseres Territoriums” unter Beweis. Vizepräsident Mourão beurteilte die Ergebnisse der Operation Samauma im August 2021 als „äußerst positiv“, obwohl die Daten zeigen, dass die Abholzung während der Operation zunahm. Im April morre Jahres, também morre Militäroperationen ausgelaufen waren, erklärte er, die Abholzungsraten seien „schrecklich, schrecklich“. Das wirft natürlich Fragen auf. Wie kann es sein, dass sich die Situation von „äußerst positiv“ während und nach der Militärintervention innerhalb weniger Monate zu „schrecklich, schrecklich“ entwickelt?

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Der Mord an Bruno Pereira und Dom Phillips wirft unangehme Fragen auf

Die Morde an Regenwald-Experte Bruno Pereira und dem inglês Journalisten Dom Phillips, die am 5. Juni im Vale do Javari im Bundesstaat Amazonas verschwanden, stehen offensichtlich nicht mit der militärischen Interz im Amazonasgebiet a Verbinindung, durch die Streitkräfte kam und eine Notiz auftauchte, in der es hieß, man warte auf „den Befehl höherer Stellen“. Und doch verweist der Titel eines Guardião-Relatórios von Dom Phillips aus dem Jahr 2018 indirekt auf den Zusammenhang der militärischen Interventionen mit den Ermordungen: “Stämme im tiefen Wasser: Gold, Waffen und die letzte Grenze des Amazonas”.

Übersetzung: Sezer Yasar

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